DeutschEnglish
• GESCHICHTE IN MINIATUREN •

Sie befinden sich hier: geschichte-in-miniaturen.de / Moeckern 1813 / Geschichte

Möckern 1813

Geschichte

Für den Fall, dass im Norden von Leipzig der Gegner ausblieb, sollte Marschall Marmont sein Korps auf das südliche Schlachtfeld verlegen. Doch gerade da erschienen am 16. Oktober 1813 starke preußische Verbände, die aus Richtung Halle anrückten, in der Nähe des Dorfes Möckern. Da die Verteidigungslinie bei Wahren nicht fertiggestellt war, zog Marmont sein Korps auf eine Linie bei Möckern zurück, um diese Stellung zu halten.

Das Dorf Möckern lag an der Elster und hatte daher nur zwei zu verteidigende Fronten nach Norden und Nordosten. Am Fluss befand sich ein massiver Herrenhof mit Wirtschaftsgebäuden und eine massiv gebaute Brauerei. Das gesamte Dorf war von Gärten umgeben, die mit Lehmmauern und Zäunen umfriedet waren. Die einzige Dorfgasse war etwa drei Meter breit, kreuzte die Wahren-Leipziger Straße und machte einige Windungen. Ungefähr in der Mitte des Dorfes befand sich ein steinerner Rundturm mit dickem Gemäuer. Von dort war es möglich, die Gasse nach rechts und links zu beschießen.

Alle Häuser und Gärten waren von den Franzosen so stark befestigt worden, dass Möckern zu einer regelrechten Festung wurde. Sie brachen Schießscharten in die Mauern, schoben Wagen und Ackergeräte zu Barrikaden zusammen und verrammelten die Hofeingänge mit Steinen und Balken. Der Angriff auf Möckern von Norden war sehr schwierig, dazu musste praktisch jedes Haus einzeln eingenommen werden. Marmont stellte die Hauptmasse seines Korps östlich des Dorfes in einer langgezogenen Stellung auf einem Höhenzug auf und konzentrierte dort auch seine Artillerie.

Bis gegen 14 Uhr hatten beide Seiten ihre Stellungen bezogen. Die preußische Avantgarde begann ihren Angriff auf Möckern, wurde aber zurückgeschlagen. Auch weitere Angriffe scheiterten. Die Preußen kämpften notgedrungen in Kolonnenformation, weil das Gelände keine weitere Auffächerung der Truppen zuließ. So konnten sie von allen Seiten von den Franzosen unter Feuer genommen werden. Besonders das französische Artilleriefeuer wirkte sich verheerend aus.

Um jedes Haus, jede Scheune und jeden Stall wurde erbittert gekämpft. Die Franzosen führten immer weitere Bataillone zur Verstärkung in das Dorf und konnte die Preußen mehrmals wieder hinaustreiben. Nach vielen Stunden Häuserkampf gerieten die preußischen Einheiten in Unordnung. Es enstanden kleine gemischte Gruppen, in denen Landwehrmänner neben Grenadieren und Jägern kämpften. Die französische Artillerie schoss in in die Dorfgasse hinein und entfachte mehrere Brände.

Im Laufe des frühen Nachmittages führten die Preußen insgesamt vier große Angriffe gegen Möckern und den Höhenzug daneben. Dabei verloren viele preußische Bataillone fast ihr gesamtes Offizierskorps, zumal die berittenen Offiziere dem feindlichen Feuer besonders stark ausgesetzt waren. Die Lage der Preußen wurde immer verzweifelter, da Gegenangriffe insbesondere der französischen Gardemarineinfanterie die preußischen Stellungen bedrohten. General Yorck entschloss sich, einen letzten Angriff auf Dorf und Höhenzug durchzuführen. Auch dieser Angriff kostete die Preußen schwere Verluste.

Als Yorck auch diesen Versuch scheitern sah, setzte er die Brandenburger Husaren ein. Diese Attacke brachte die Entscheidung; denn die ebenfalls stark dezimierten französischen Bataillone gerieten in Unordnung, und viele der französischen Infanteriekarees wurden von den Husaren und der zur Verstärkung herangeführten Reservekavallerie gesprengt. Marmont musste das Dorf Möckern räumen und sich auf Leipzig zu absetzen.

Die Verluste waren auf beiden Seiten katastrophal. Viele preußische Einheiten hatte praktisch aufgehört zu existieren. Bataillone waren auf die Stärke von Kompanien zusammengeschmolzen und nicht mehr einsatzfähig. Auch viele französische Einheiten waren fast ausgelöscht. Die Preußen behaupteten zwar das Schlachtfeld, hatten aber fast die Hälfte ihrer Mannschaftsstärke verloren. Ihr Sieg bei Möckern war damit teuer erkauft, aber er war ein wesentlicher Beitrag zum Erfolg der Alliierten in der Völkerschlacht, weil Marmonts Truppen Napoleon auf dem südlichen Schlachtfeld fehlten.

Zum Vergrößern und für Detailsinfos bitte anklicken
Zum Vergrößern und für Detailsinfos bitte anklicken
Zum Vergrößern und für Detailsinfos bitte anklicken
Zum Vergrößern und für Detailsinfos bitte anklicken
Zum Vergrößern und für Detailsinfos bitte anklicken
Zum Vergrößern und für Detailsinfos bitte anklicken

 

 


Geschichte in Miniaturen e.V.
Wilhelmshäuser Str. 45
34346 Hann. Münden
Mail: info[at]geschichte-in-miniaturen.de