3D oder Modellierkunst?

Patrick
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3D oder Modellierkunst?

Beitrag von Patrick » So 16. Feb 2020, 22:10

Man ist in der heutigen modernen Zeit hin und hergerissen. Was hat und ist die Zukunft unseres Hobbys.
Immer mehr 3D Arbeiten drücken auf den Markt.
Allein bei uns im Verein gehen wir bereits verschiedene Wege.
Wolfgang mit seinem Zulu Diorama ist unglaublich überzeugt worden von der sehr guten Qualität
der 3D modellierten Zulu Krieger.
Das Solferino Diorama wurde komplett von Massimo "handgearbeitet". Alles hat seinen eigenen Charakter, Vor-und Nachteil.
Viele von euch schwören auf Resinfiguren, manche auf Zinn.

Ich finde gerade, das unser Hobby von den vielen kreativen Modelleuren lebt und der Lebendigkeit ihrer Modelle.
Ihre Arbeit und ihr Ertrag wird gefährdet von den Indern, Chinesen usw.

Ich befürchte aber auch, das alle Produzenten von 3D Gebäuden, Fahrzeugen oder Figuren in der Gefahr sind, das in 2 bis 3 Jahren
jeder in der Lage sein wird mit einem 300,-€ Drucker Figuren usw. in Eigenregie her zu stellen. Benötigte Dateien werden uns aus dem Osten bestimmt überschwemmen. Vom TanteEmma Laden zum Supermarkt. Ich befürchte wir werden bald nur noch Dateien und keine Figuren mehr zum Anfassen kaufen.
Fluch oder Segen. Ich weis es nicht. Leider ist diese schnelllebige Zeit wohl nicht auf zu halten.

Was ist eure Meinung?
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Egbert
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Re: 3D oder Modellierkunst?

Beitrag von Egbert » Mo 17. Feb 2020, 08:34

Hallo Patrick,
ein sehr spannendes und vor allem sehr interessantes Thema was Du da anstößt.

Für mich als Handwerker, beantwortet sich die Thematik recht eindeutig.
Die Kreativität steht für mich absolut im Mittelpunkt.
So schön die Figuren und Gebäude aus dem 3-D-Drucker auch sein mögen,
für mich hat das wenig mit "Modellbau" ( wie das Wort schon sagt...Modelle bauen) zu tun.
Derjenige der diese Dinge mit seinem Können, seinen Fähigkeiten seinem Geschick und nicht zuletzt mit seiner Hände Arbeit erschaffen kann, ist für mich der wahre Künstler und nicht das im Computer geschriebenes Programme, bei dem am Ende nur noch auf den Knopf gedrückt werden muss, um ein mit Sicherheit tolles, perfektes und makelloses Modell heraus zu zaubern, dem aber die individuelle Klasse fehlt.
Aber gerade das macht doch den Reiz unseres Hobbys aus !

Unter dem Strich, kann man beide Methoden - nicht was das Endergebnis betrifft - kaum miteinander vergleichen.
Der Fortschritt und die Entwicklung, sind sicherlich nicht aufzuhalten, aber ich glaube, das unsere Modelleure auch weiterhin Zukunft haben werden.
Es ist wie mit vielem, letztendlich bleibt es eine Frage des persönlichen Geschmacks, sowie von Angebot und Nachfrage.

Maler die von Hand malen oder zeichnen, sind auch heute noch gefragt, obwohl es viele Ihrer Kunstwerke, auch als Nachdruck wesentlich preiswerter zu kaufen gibt.
LG Egbert
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Andi
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Re: 3D oder Modellierkunst?

Beitrag von Andi » Mo 17. Feb 2020, 14:37

Gutes Thema.

Also, ich bewundere die Perfektion der 3D Modelle und was da alles möglich ist. Im Grunde sind ja keine Grenzen gesetzt, auch was den Druck angeht. Vielleicht ist das die Zukunft des Figurenhobbies. Große Hersteller im 28mm Wargaming-Bereich lassen Figuren schon lange digital modellieren und erzielen tolle und vielfältige Ergebnisse.

Der positive Aspekt der Perfektion ist für mich aber auch die größte Schwäche, vielleicht sogar Gefahr. Die Figuren wirken zu perfekt. Ich sehe nur Idealkörper, ideale Proportionen, die Figuren wirken wie eineiige Zwillinge. Für den perfektionistischen Meistermaler, der noch über seine komplette Sehkraft verfügt, mag das sehr reizvoll sein, wenn beispielsweise Finger und Fingernägel ideal modelliert sind, aber ist es das auch für die "Erschaffer von Leben" im Kleinen? Was noch hinzukommt: Welcher Maßstab wird da vielleicht auch für die klassischen Modelleure gesetzt? Um diese Perfektion händisch zu erzielen bedarf es einer Expertise und einem Zeitaufwand, der rein ökonomisch Unsinn ist. (Dem 3d Modelleur beispielsweise reicht EINE einzige richtig (!) modellierte Hand.)

Meistermodelleure in unserem Maßstab, wie Gussev, Trauner, Ziegler, Costa, Messori usw. (die Liste ist sehr unvollständg und noch viele länger und ich will da keinen hervorheben, alle haben Ihre ganz besonderen Stile und großartigen Stärken) kreieren echtes Leben, was mir bei den "Schaufensterpuppen in klein" oft einfach fehlt. Ja, sie sind perfekt, aber es fehlt das einmalige, dass, was eine Szene zu etwas ganz besonderem macht. Und ich glaube auch, dass das daran liegt, dass es den 3D-Modelleuren am Zugang zum Thema fehlt. Es fehlt das Herzblut, der Enthusiasmus, die eigene Idee, all das, was unsere klassischen Modelleure antreibt, denen es meist weniger um den großen Reibach geht, der in unserem Maßstab ja nun auch kaum zu verwirklichen ist, sondern darum "dass es diese Art Figur endlich gibt".

Versteht mich nicht falsch, ich sehe da ein riesiges Potential und die bereits entstandenen Werke sind sicher sehr schön und füllen Lücken. Aber mir sind sie noch nicht lebendig genug, sie sind zu perfekt.

Ist das die Zukunft unseres Hobbies? Was bedeutet das, in einem Hobby, das nicht sehr viele Menschen betreiben? Mindestens 95% der Aktiven und Gewerbetreibenden sind 50+ und älter, teilweise viel älter (Ich möchte hier kurz die Entwicklung des Flachfigurenhobbies erwähnen). Soweit ich das meinem recht umfangreichen Kundenstamm entnehmen kann, gibt es praktisch keinen Nachwuchs. Selbst innerhalb unseres kleinen Hobbies sind die Unterschiede der Ausprägung riesig. Da sind die Meistermaler, die nur sehr wenige Figuren brauchen. Dann die Dioramenbauer, wobei die Großdioramen sehr selten sind. Es gibt die Sammler, die jede einzelne (Ver-)Packung haben müssen und es gibt die Sammler, die große Aufstellungen machen, ohne einen Tropfen Farbe zu benötigen. Und es gibt noch mehr.

Was ich sagen will ist, wieviel Zukunft hat dieses Hobby? Ich sehe nicht, dass in naher Zukunft (10 Jahre?) 30-jährige Familienväter an Ihren Pc's sitzen, sich die neueste Datei eines 3D-Modells herunterladen (sagen wir mal mittelalterliche Waschfrauen beim Tratschen, oder das Modell eines Wachturms der Stadt Akkon, oder eine napoleonische Latrine, oder einen mittelalterlichen Steuereintreiber oder oder oder) und diese dann ausdrucken. Vielmehr sehe ich da, zu den offensichtlichen Möglichkeiten die das Medium bietet, auch die große Gefahr, dass es, neben der Demographie, der Tod des Hobbies ist. Die Vielfalt wird schrumpfen, nicht steigen. Es wird modelliert, was in großen Mengen verkauft (ge-uploaded) werden kann und der Luxus des, im Moment sehr großen, Angebots an Figurenserien, selbst in winzigen Auflagen, wird verschwinden.

Aber vielleicht liege ich auch falsch.

Grüße,
Andi

Hagen-Miniatures
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Re: 3D oder Modellierkunst?

Beitrag von Hagen-Miniatures » Mo 17. Feb 2020, 15:45

Ja, ein gutes aber auch leidiges Thema ! :(

Egbert und Andi haben da einige interessante Thesen aufgestellt, die (für sich genommen) nicht neu sind - aber im Zusammenspiel durchaus Relevanz haben !

Ich selber habe nie einen Hehl daraus gemacht das ich die von Hand modellierte Figuren zu 100% denen am Computer entstandenen vorziehe.
Bei aller mittlerweile erreichbaren Detailtreue, bleiben in meinen Augen die Figuren doch immer leblos und wirken auf Dauer eintönig.
Es fehlt einfach das "nicht ganz so perfekte", was nur ein menschlicher Modelleur einbringen kann, sei es nun beabsichtigt oder nicht !

Das gleiche gilt für Gebäude und Zubehör.
Sicherlich, auch wir nutzen 3D-Drucker, Lasercutter usw. - aber immer in Maßen und mit Bedacht - also nur bei solchen Teilen (zum Beispiel Fenstergitter, Zäune usw.) bei denen es in unseren Augen auch Sinn macht.

Welche These ich auf jeden Fall stütze, ist die das auf Dauer das Angebot sinken wird, da etliche Anbieter das Handtuch werfen werden.
Andererseits gibt es meiner Meinung nach zur Zeit ein Überangebot, man schaue sich zum Beispiel mal die ganzen Firmen an die Lasercut-Häuser anbieten.
Wenn sich das ein wenig Gesundschrumpft ist das doch gar nicht so schlecht !

Was viele Kunden aber auch nicht bedenken ist, das es nicht einfach damit getan ist sich einen 3D-Drucker ins Haus zu holen.
Da gehört auch noch eine Menge Verständnis für die Thematik und Know How dazu.
Als Beispiel die Leute die sich Häuserdateien kaufen und diese dann für sich ausdrucken.
Wenn diese Kunden mal richtig rechnen würden, käme heraus das sie für ihr auch so tolles Haus im Endeffekt wesentlich mehr bezahlt haben, als wenn sie sich einen Resinabguss oder ähnliches gekauft hätten.

Aber ganz so negativ sehe ich die Entwicklung dann doch nicht.
Klar fehlt im Figurensektor der Nachwuchs - aber ganz sterben wird die Szene nicht !
Es kommen einfach andere Untergruppen hinzu und vermischen sich, die Tabletop-Spieler zum Beispiel.
Gruss

Andy

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Re: 3D oder Modellierkunst?

Beitrag von Lars » Mo 17. Feb 2020, 18:31

Die 3D Drucktechnik ist nicht mehr aufzuhalten.
Im Funktionsmodellbau hat sie schon Einzug gehalten. Wobei im Modellbau der Weg das Ziel ist. So mancher Modellbauer wird weiter seine Flugzeug-, Schiffs- und Automodellbauteile fräsen, drehen, etc., aber die 3D Drucker bekommen es besser und schneller hin.
Die SLA Drucktechnik ist die Technik, die mittlerweile erschwinglich ist und eine tolle Auflösung im Bereich 1:72 bietet. Es ist halt die Frage, ob es auch für jeden lohnt. Ich stimme aber Patrick zu, dass man in einigen Jahren vermutlich in Massen Druckdaten kaufen kann.
Mein unbemalter Figurenfundus sollte noch einige Zeit reichen, trotzdem gehe ich schon mit dem Gedanken schwanger einen 3D Drucker zu kaufen. Aber ich bin auch ein Technik Junkie.

Roland
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Re: 3D oder Modellierkunst?

Beitrag von Roland » Mo 17. Feb 2020, 22:53

1. Die Photographie war nicht der Tod der Malerei: ganz im Gegenteil. Die technische Reproduzierbarkeit der „Wirklichkeit“ eröffnete ganz neue Bereiche der Malerei. Video didn’t kill the radio stars. Computerspiele haben Brettspiele nicht abgelöst: sie haben einander in der Entwicklung gefördert. Die Bedingungen ändern sich. Lassen wir uns überraschen von neuen Möglichkeiten.

2. Der demographische Faktor steht auf einem andern Blatt, er ist nach der Klimachallenge die Herausforderung auf allen Gebieten.

3. Das Hobby boomt jetzt so, weil die Babyboomer aka Generation Airfix sich ihre Jugendträume verwirklichen kann. Das wird zu einem natürlichen Ende kommen.
Die einzig wirklich dumme Frage ist die, die man nicht stellt, weil man denkt, es sei eine dumme Frage.

Patrick
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Re: 3D oder Modellierkunst?

Beitrag von Patrick » Mo 17. Feb 2020, 23:48

Das verrückte ist, das ich euch ALLEN recht geben kann. Alle eure Gedanken teile ich eigentlich auch.
Manchmal pessimistisch und mit der Hoffnung das die Welt still steht und
manchmal optimistisch bezüglich der unglaublichen Möglichkeiten die der 3D Druck bietet.

Am meisten teile ich aber Andi`s Meinung, das unser Hobby auf Dauer "ausstirbt".
Mit meinem zarten Alter von 50 war ich in Kulmbach ein Jüngling.
Und wenn man ehrlich ist, ist das auf unserer Dioramica nicht viel anders.
Natürlich betrifft das auch das Alter unsere Modelleure und Händler :lol:

Auf der Tactica sieht das wieder ganz anders aus. Wargaming ist von der Altersstruktur viel frischer.

Und da komme ich wieder auf den Ursprung des Themas zurück.
Die Wargamer sind mit viel weniger "Lebendigkeit" der Modelle zufrieden, es soll schließlich gespielt und nicht
gestaltet werden. Es besteht großes WACHSTUMSPOTENZIAL und hier wird der 3D Druck explodieren.

Fazit: Eigentlich auch egal, wenn wir alle schon so alt sind, nach uns die Sintflut.

Meine Tochter bestellt für meine Dioramen einen großen Container zur Entsorgung nach meinem Ableben :D
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Andi
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Re: 3D oder Modellierkunst?

Beitrag von Andi » Di 18. Feb 2020, 09:25

Ich denke, was Patrick und Lars sagen ist richtig.

Im Technischen Modellbau ist die 3D Modellierung ein Segen und natürlich nicht mehr wegzudenken. Da kommt es einfach auf die exakten, maßstäblich korrekten Maße und Passgenauigkeit an. Je genauer das Modell, desto besser, da gibt es keine künstlerischen Freiheiten. Das ist aber beim belebten Objekt anders.

Im Wargaming Bereich sehe ich auch noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, wobei ich nicht glaube, dass das ein echter Wachstumsmarkt ist, nachdem der größte Player Games Workshop vor Jahren alle Zentralen auf dem europäischen Festland geschlossen hat und seitdem alles zentral von Birmingham aus abgewickelt wird. Jedenfalls wird aber schon seit Jahren in diesem Bereich 3D modelliert, die klassisch modellierten Figuren werden immer weniger (selbst Gripping Beast modelliert nicht mehr händisch) Die Vielfalt für den Spieler ist aber gegeben, weil auch sehr viel Multipose gemacht wird, gerade im 28mm Bereich - eine Methode die, nach meiner Erfahrung, in unserem Maßstab verpöhnt ist. Das historische Wargaming spielt bei uns leider kaum eine Rolle (anders als in anderen Ländern, vor allem GB wo es in jedem Dorf einen Wargaming Club gibt) und wird auch nur von betagteren Spielern betrieben. Ich habe die Erfahrung gemacht (habe ja selber lange gespielt, von 40k, über WH Ancient Battles bis Rapid Fire), dass es jüngeren Spielern am Popo vorbeigeht, ob eine Paspelierung stimmt, oder die Anzahl der Knöpfe, oder die Mütze, oder die Uniformfarbe korrekt ist. Hauptsache das Modell macht ordentlich Schaden und sieht cool aus. Da wird die Reise hingehen. Denn die Kinder, die jetzt mit Orks, Spacemarines und Chaos-Dämonen spielen, werden im höheren Alter nicht plötzlich Waterloo-Fans, oder den Drang verspüren eine römische Ladengasse nachzustellen. Und klassicherweise benötigt man für das Wargaming praktisch ausschließlich kämpfendes Personal, das trägt auch nicht dazu bei, dass die Figurenvielfalt größer wird. Das ist auch ein Unterschied zu unserem Hobby, zumindest beim Dioramenbau.

Taipeh
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Re: 3D oder Modellierkunst?

Beitrag von Taipeh » Di 18. Feb 2020, 11:18

Hallo,

als einer der Vorreiter im 1/72 Bereich für 3D will ich auch noch etwas Senf dazugeben.

Der Bereich des Wargaming explodiert derzeit , trotz des Rückgangs von Games Workshop mit seinen nicht mehr vorhandenen Ladenlokalen überall.
Aber diese Entwicklung ist halt so, wer kennt heute noch Hinchlife oder Minifigs ?

Gerade in der letzten Woche hat eine Kalifornische Firma einen Kickstarter abgeschlossen und mit 2,5 Millionen € eindrucksvoll gezeigt, es gibt genügend Sammler und Spieler, die auch bereit sind tiefer in die Tasche zu greifen:
https://www.kickstarter.com/projects/he ... B0t6Os8R8g

Inwieweit es nicht doch möglich ist Wargamer für den Dioramenbau zu begeistern , bleibt abzuwarten. Ich kenne jedenfalls einige die damals im Laden Excalibur mit Citadel/ Games Workshop Figuren anfingen, und die ich später auf Messen beim historischem Dioramenbau wieder traf. Von daher bezweifle ich das man heute absehen kann , wie sich das Hobby weiterentwickelt und wie viele letztendlich in Zukunft Spaß daran haben. Vor rund 40 Jahren haben wir schon in Kulmbach heiß diskutiert , ob nicht die vollplastische Figur die Flachfigur verdrängen würde. Und ??? auch heute noch gibt es jede Menge Hersteller und Sammler !

Die Fragestellung von Patrick war 3D oder Modellierkunst. Das zeigt aber nur das hier nicht genügend Wissen darüber vorliegt wie eine solche Figur entsteht. Ich habe mittlerweile mit ganz unterschiedlichen Freelancern zusammen gearbeitet, die auch unterschiedliche Techniken nutzten. So hat Olga aus St.Petersburg ihre Figuren quasi aus einem Block herausgearbeitet, nicht viel anders als ein Holzschnitzer seinen Werkstoff bearbeitet. Andere legen Schicht für Schicht an, bis die Figur fertig ist. Also durchaus Vergleichbar mit der traditionellen Art in Putty zu modellieren. Vor 15 Jahren in China übrigens Modelleure getroffen die mit einem speziellem Wachs gearbeitet haben, nicht mit Putty. Vorteil war, die konnten nachträglich noch Änderungen vornehmen, was beim Putty nicht möglich ist. Es gibt natürlich mittlerweile auch Programme mit denen man Figuren schnell modellieren kann, aber das Ergebnis überzeugt mich nicht.

Wie gut oder wie echt eine in 3D modellierte Figur wird ist nur eine Frage was man möchte, und wieviel Zeit man investiert. Ein Vorteil ist ja , das man bis zum endgültigem Schritt immer noch ändern, abwandeln oder ergänzen kann. Erst wenn die 3D Druckdatei, der STL file gespeichert ist, kann nur noch die Größe leicht variiert werden. Hier heißt es immer wieder die 3D Figuren sind zu perfekt. Es ist ein leichtes das abzuändern, man muss es nur wollen. Als Beispiel der linke stehende Zulukrieger:
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Verheiratete Zulus neigten zu starkem Biergenuss, und hatten selbst als aktive Soldaten einen Hang zum Bierbauch , diesem hier haben wir einen solchen verpasst.

Von daher bleibt meiner Meinung nach das Ganze, ob eine Figur lebendig ist usw. eine reine Geschmackssache, und über Geschmack kann man bekanntlich nicht streiten.

Ciao Michael
www.germania-figuren.eu

Andi
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Re: 3D oder Modellierkunst?

Beitrag von Andi » Di 18. Feb 2020, 11:52

Gut das aus der Sicht des 3D-Pioniers zu lesen. Deine Expertise ist ja unbestritten und Du weißt auch am besten, wie heiß die Leute auf diese Art Produkte sind, was man da so absetzen kann und was der Markt da so hergibt. Die Mengen sind sicher beeindruckend.

Ich sehe es auch so, dass Wargaming die Zukunft des Figurenhobbies ist. Das Kickstarter Beispiel ist atemberaubend und zeigt was alles geht und was möglich ist, wenn man eine geniale Idee hat. Bunt gedruckte Figuren, sogar mit Flügeln dran! ;) Das hätten sich viele meiner Spieler damals gewünscht, den meisten war die Malerei lästig. Würde das in unserem Hobby jemand kaufen? Wer weiß, die vorbemalten Figuren von Caesar z.B. waren jedenfalls ein Vollflop, erstaunlicherweise.

Den "Bauchmann" finde ich super. Mehr davon. Mehr Kleine, Dünne, Dicke, Krumme, Normale, Häßliche, alles was in dem Medium möglich ist, das wäre großartig. Geht doch theoretisch und praktisch alles. Ich bin gespannt was noch kommt.

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