Schlesische Landwehr 1813

DirkB
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Re: Schlesische Landwehr 1813

Beitrag von DirkB » Mi 8. Jun 2022, 20:31

Wittenberg 1813 hat geschrieben:
Mo 6. Jun 2022, 16:47
Wow die Gebäude sind ja jetzt schon der Knaller.

Selbsthärtende Tonmasse?
Danke! Es handelt sich um selbsthärtende bzw. besser gesagt lufttrocknende Modelliermasse. Habe ich bei boesner.de ergattert. Dabei handelt es sich um Keramiplast. Das Material besteht nach Herstellerangaben aus keramischen Grundsubstanzen. Ich glaube, selbsthärtender Ton würde auch gehen. Nur die Variante von Ton, welche noch gebrannt werden muss, um richtig fest zu werden, wäre für unsere Modellhäuser wohl nicht so optimal :lol:

DirkB
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Re: Schlesische Landwehr 1813

Beitrag von DirkB » Mi 8. Jun 2022, 20:41

Ich fertige gern Teststücke an, bevor ich mich an das eigentliche Modell und dessen Bemalung heran wage. Kostet zwar etwas Zeit, man bekommt aber ein gutes Gefühl für Maße, Form und Farbe. Hier die Testobjekte für alte Holztüren und ein Sandsteinblock. Für den Sandstein habe ich Styrodur genommen.
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DirkB
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Re: Schlesische Landwehr 1813

Beitrag von DirkB » Mi 8. Jun 2022, 20:42

Teststücke für die Bemalung des Fachwerkes sowie einer Bruchsteinmauer.
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Re: Schlesische Landwehr 1813

Beitrag von DirkB » So 12. Jun 2022, 13:15

Vor dem Zusammenkleben der Gebäude, insbesondere der Geschossdecken und des Daches müssen die Türen eingeklebt werden. Die Bemalung der Türen sollte besser vorher erfolgen.
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Re: Schlesische Landwehr 1813

Beitrag von DirkB » So 12. Jun 2022, 13:16

Auf Grundlage meiner Erfahrungen bei den Teststücken habe ich alle Gebäude den farblichen Grundanstrich verpasst. Die Dächer kommen erst später dran. Bei bäuerlichen Nutzbauten im ländlichen Raum trug man auf das Flechtwerk in den Gefachen einen einfachen Lehmputz als Unterputz auf, welcher zusätzlich zum besseren Schutz vor Witterung und dem Auswaschen durch Regen mit einen Kalkputz überzogen wurde.
Die geputzten Gefache des Seitengebäudes habe ich ähnlich wie die anderen Gebäude in hellen Beige- bzw. erdigen Ockertönen gehalten. Im Anschluss werden verschiedene grau-braune Lasuren und Pigmente zur Alterung und Verwitterung des Bauernhauses eingesetzt.
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Re: Schlesische Landwehr 1813

Beitrag von DirkB » So 12. Jun 2022, 13:18

Erster Farbanstrich der verbretterten Giebelseite des Wohnstallhauses. Unten im Erdgeschoss befindet sich der Stallbereich. Das Wohnhaus des Hufners ist weiß gekalkt. Auch hier fehlen noch die Verwitterungseffekte im geputzten Untergeschoss.
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Re: Schlesische Landwehr 1813

Beitrag von DirkB » Mo 19. Sep 2022, 18:12

Meine Sommerpause neigt sich auch dem Ende ... daher geht´s hier weiter.

Die Gebäude haben nun ihre Dacheindeckung erhalten. Die farbliche Behandlung der Dächer ist noch offen. Ich habe mich für verschiedene Ausführungen entschieden. Das Wohnstallhaus in der Mitte ist vollständig mit Ziegeln eingedeckt. Links das Seitengebäude und rechts das Häuslerhaus haben einen Mix aus Stroheindeckung sowie Ziegel am First erhalten. Die gemauerten Schornsteine habe ich aus Styrodur gefertigt. Ein gemauerter senkrechter Zug führte dem Feuer mehr Verbrennungsluft zu und den Rauch besser ab. Im Mittelalter wurden in Burgen und Schlössern solche Abzugsschächte (Schorren) meist in den Stützmauern eingebaut. Aus „Schorre aus Steinen" entwickelte sich der Begriff "Schornstein". Das niedrige Häusleranwesen trägt noch ein hölzernen Schornstein, welcher vor den aus Stein gemauerten Varianten weit verbreitet war. Solche hölzernen Rauchfänge bestanden aus sogenannte Holzstaken, das sind mit Lehm bestrichene Holzbretter.

Unklar war mir anfangs die Darstellung der Schornsteinabdichtung am Dachdurchbruch zur Zeit um 1800. Da der Schornstein oftmals durch das Dach des betreffenden Hauses geführt wird, besteht an dieser Stelle die Gefahr, dass Regenwasser an den Schornsteinflächen hinab in die Sparren oder Pfetten, die das Dach tragen, hinabfließt und langfristig die Tragkraft dadurch verringert. Heutzutage werden Edelstahlabdichtungen genutzt, also feuerverzinktes Blech oder Aluminium. Aber früher? Ich musst mich hierzu einlesen und habe herausgefunden, dass früher Dichtmassen aus Kalk mit Lehm und Kuhhaaren oder Rinderblut mit Lehm zum Einsatz kamen. Ich werde also die Übergänge am Schornsteinfuß zum Dach mit einer entsprechenden Spachtelmasse als Lehmbewurf zur Abdichtung simulieren.
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Re: Schlesische Landwehr 1813

Beitrag von DirkB » Mo 19. Sep 2022, 18:14

Auf die verwendete Dacheindeckung des Häuslergebäudes möchte ich kurz näher eingehen. Anhand von Originalfotos einer Häuslerwohnung aus dem Erzgebirge ist ersichtlich, dass die Weicheindeckung mit Stroh vor 1900 in meiner sächsischen Heimat weit verbreitet gewesen war. Bevorzugt wurde handgedroschener langstieliger Winterroggen verwendet. Der Firstbereich ist der Schwachpunkt des strohgedeckten Daches, denn hier stoßen von beiden Seiten die Bündel zusammen und die Gefahr der Beschädigung ist sehr groß. Zum Schutz wurde der First zusätzlich mit Gras- oder Heidelagen abgedeckt. Diese wurden wiederum von kreuzweise verpflockten, über den First gespreizten Knüppeln festgehalten. Oder es wurde eben wie bei meinem Haus als Abschluss am First eine Reihe Ziegel angebracht und an den Rändern können kurze Äste dazu dienen, das Stroh an Ort und Stelle zu halten. Ich habe mich, angelehnt an das Originalfoto, an den Rändern für eine zusätzliche Schindelreihe entschieden.

Die kleine Häuslerkate hat zwei kleine Schleppgauben analog dem Vorbild. Die Stroheindeckung erfolgte mit Kunstfell. Dieses muss ich noch mit einer Schere in Form schneiden. Und natürlich alles farblich behandeln und altern.
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Re: Schlesische Landwehr 1813

Beitrag von DirkB » Mo 19. Sep 2022, 18:15

Detailaufnahme des Wohnstallhauses. Zusätzlich zur Ziegeleindeckung hat es Fledermausgauben (auch Ochsenaugen genannt) zur Belichtung und Belüftung des Dachraumes erhalten. War eine ganz schöne Friemelei die Ziegelstreifen über der Wölbung anzukleben.
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Re: Schlesische Landwehr 1813

Beitrag von Egbert » Mi 21. Sep 2022, 08:35

Hallo Dirk,
die Häuser sind Dir absolut überzeugend gelungen.
Sie sehen fantastisch und sehr natürlich aus.
LG Egbert
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