Kreta-Unternehmen Merkur 1941

Patrick
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Kreta-Unternehmen Merkur 1941

Beitrag von Patrick » Mo 4. Jan 2021, 00:26

Ich hatte schon einige Jahre vor ein Diorama über die Besetzung Kretas zu bauen.
Vieles ist dazwischen gekommen.
Nun fange ich an. Die Baufortschritte werde ich hier im Forum zeigen.

Da es sich um ein WWII Thema handelt, werde ich keine Toten wie sonst bisher bei meinen Dioramen zeigen.
Es geht um Modellbau und Geschichte, nicht um eine Weltanschauung.
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Frankzett
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Re: Kreta 1941

Beitrag von Frankzett » Mo 4. Jan 2021, 11:12

Da bin ich gespannt, wie, bzw. was Du darstellst. Abgesehen von der Technologie, ist das Thema ja ein Minenfeld.

Viele Grüße
Frank

Patrick
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Re: Kreta 1941

Beitrag von Patrick » Mo 4. Jan 2021, 19:15

Wenn ich so im Internet, bzw. Facebook stöbere, sieht man das ca. 90% der Modellbauer sich im Minenfeld tummeln :D
Wäre ich nicht ein Deutscher, so wäre ich deutlich entspannter wahrscheinlich.
Geschichte ist Geschichte, gut oder schlecht, so ist es halt.

Was ich natürlich nicht passend empfinde ist, das unsere ausländischen Nachbarn keinerlei Probleme haben Waffen-xx und Nazisymbole
ganz offen in ihren Dioramen zu zeigen.
Der sorglose Umgang damit in der Welt außerhalb unserer Grenzen ist ....?

Wolfgang
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Re: Kreta 1941

Beitrag von Wolfgang » Mo 4. Jan 2021, 19:34

Das mit den Nazisymbolen ist auch für mich ein No-Go!

Die Weltkriege gehören für mich jedoch auch genauso zur Geschichte, wie alle anderen Kriege in den verschiedensten Epochen auch. Das diese Kriege in Dioramen gezeigt werden, ist für mich auch selbstverständlich.

Trotzdem muss man als Modellbauer behutsam mit den Darstellungen umgehen, das zählt aber für alle Epochen.

Grausamkeiten gab es in der Geschichte zur Genüge. Für mich ist es ganz klar, dass ich solche Sachen nie in einem Diorama zeigen würde. Es ist ein schmaler Grat, auf dem man sich da als Modellbauer bewegt.

Ich weiß, dass Patrick dafür schon das richtige Gefühl hat. Genauso wie Massimo, der viele Figuren für unsere Dioramen entwickelt. Ich kenne ja Patricks Pläne und bin überzeugt, dass hier wieder ein überzeugendes Diorama mit dem Motto "Geschichte in Miniaturen" entsteht.
Liebe Grüße, Wolle

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DirkB
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Re: Kreta 1941

Beitrag von DirkB » Di 5. Jan 2021, 14:28

Interessantes neues Projekt. Diffiziles Thema. Bin gespannt, wie Patrick die Sache angeht. Aber ich auch überzeugt, dass Patrick die Angelegenheit souverän meistert. Und damit meine ich nicht nur die modellbauerischen Aspekte.

Ich persönlich meide diesen Bereich, was die Darstellung von WKII-Dioramen angeht. Zum Glück gibt es noch ganz viele Themen, welche mich brennend interessieren. ;)

Wolfgang
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Re: Kreta 1941

Beitrag von Wolfgang » Di 5. Jan 2021, 19:46

DirkB hat geschrieben:
Di 5. Jan 2021, 14:28
Interessantes neues Projekt. Diffiziles Thema. Bin gespannt, wie Patrick die Sache angeht. Aber ich auch überzeugt, dass Patrick die Angelegenheit souverän meistert. Und damit meine ich nicht nur die modellbauerischen Aspekte.

Ich persönlich meide diesen Bereich, was die Darstellung von WKII-Dioramen angeht. Zum Glück gibt es noch ganz viele Themen, welche mich brennend interessieren. ;)
Hallo Dirk, ich sehe das genauso wie du! Ich meide den Bereich auch, aber weil er weit außerhalb meiner Interessengebiete liegt. Auch wenn es jede Menge Zubehör, Panzer etc. schon gibt, ist das einfach nicht mein Thema. Der WWI übrigens auch nicht. Es gibt so viele interessante Epochen, die ich vorher nicht auf dem Schirm hatte. Seitdem ich mich intensiv mit dem Rorke`s Drift Thema auseinandergesetzt habe, bin ich auch für solche Themen begeistert. Auch das 1870er Thema bietet viel Interessantes. Vielleicht gehe ich auch mal in die Antike rein! Die tolle Cryns-Flotte reizt mich schon sehr.

Im Übrigen hat meine liebe Frau für WWII Themen schon ihr Veto eingelegt! :o "Dann bekommst du Ärger!" :mrgreen:
Liebe Grüße, Wolle

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Roland
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Re: Kreta 1941

Beitrag von Roland » Mi 6. Jan 2021, 10:08

Mir geht es damit so, dass es einfach noch zu nah ist, um die nötige Distanz aufzubringen, die ich für eine Stilisierung brauche. Zeitgenossen sind für ihre Geschichte in der Regel blind. Und das ist noch zeitgenössische Geschichte: Beide Kriege erreichten mich noch über mündliche Tradition, sind also mit konkreten Personen verbunden. Deswegen für mich: No Go -Area. Abgesehen davon, dass die Technologisierung des Krieges auch ein darstellerisches Problem aufzeigt, das die Kunst bekanntlich durch den Expressionismus und die Abstraktion gelöst hat und das Kino durch Emotionalisierung. Ich finde, dass Modellbau hier an seine Grenzen kommt, weil der Niedlichkeitseffekt zu stark ist. Das ist mir durch das modellbauerisch geniale Italien-Diorama von Patrick noch einmal sehr deutlich geworden. Bei der Modelleisenbahn ist das kein Problem, die wird ihren Spielzeugcharakter immer behalten. Bei unseren Figuren, die die Grenze zur historischen Darstellung - und damit der Interpretation von Geschichte - immer wieder überschreiten, ist das grenzwertig. Hier kollidieren der Spielzeugcharakter und das, was damit dargestellt werden soll - zu Ungunsten des Dargestellten. Auch hier müsste man im Grunde ganz stark verfremden, aber dann ist es kein Modellbau mehr. Darum ist für mich 1900 eine Grenze.
Die einzig wirklich dumme Frage ist die, die man nicht stellt, weil man denkt, es sei eine dumme Frage.

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Re: Kreta 1941

Beitrag von Patrick » Do 7. Jan 2021, 00:01

Ich war vor über 30 Jahren, 1988 in der Erwin Rommel Kaserne stationiert. Ein reiner Nazi-General Aufsteiger.
Daher ist der Modellbau nicht das Problem, eher das die heutigen Generationen U40 nichts mehr mit Geschichte
am Hut haben. Egal welche Epoche auch immer.

Also hier meine Baufortschritte
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Wolfgang
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Re: Kreta 1941

Beitrag von Wolfgang » Do 7. Jan 2021, 10:17

Das sieht schon mal sehr gut aus! Gebirge und ein sich schlängelnder Weg!
Liebe Grüße, Wolle

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dirk
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Re: Kreta 1941

Beitrag von dirk » Do 7. Jan 2021, 20:31

Zur Darstellung von WW2-Dioramen kann ich nur sagen, dass man es auch darstellen soll, ohne jedoch die Nazi-Zeit zu verherrlichen !

So wie ich Patrick kenne, wird es hier auch keine Verherrlichung irgendwelcher politischer Richtung geben. Klar war diese Zeit schrecklich und jeder soll seine persönlichen Standpunkt dazu haben und äußern. Ich verstehe auch die Standpunkte die jeder von euch geäußert hat und finde diese auch gut.

Wenn man aber ehrlich ist, sind alle Epochen, die wir darstellen, mit einer dunklen Seite behaftet und man könnte überall das Negative in den Vordergrund stellen.
Überlegt mal, wie viele napoleonische Schlachten dargestellt werden. Was die Bevölkerung damals durchlebt hat interessiert die wenigsten. Oder wird z.B. auch gerne General Custers letzte Schlacht heroisch dargestellt, was aber die Weißen mit den Urvölkern angestellt haben, wird in diesem Moment vergessen.

Egal was wir zukünftig noch bauen und zeigen werden, sollten wir mit einer gewissen Ernsthaftigkeit betrachten, aber nicht überbewerten.

Patrick, ich persönlich freue mich schon auf das Diorama und wie du das Thema umsetzen wirst.

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