Mylae 260 v. Chr.

krugi3
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Re: Mylae 260 v. Chr.

Beitrag von krugi3 » Fr 12. Jul 2019, 14:06

Und weiter geht es mir der Dioramenbasis. Die Bodenplatte sind zwei Pressspanplatten (habe ich gratis vom Baumarkt bekommen, mußte ich aber mit Metallplatten zu einem Stück verschrauben), Seitenteile Sesselleisten (mit L-Metallstücken an Bodenplatte verschraubt), Innenleben Styropor und vorsichtshalber ein paar Verstrebungen aus Holz, die ich mit der Bodenplatte verschraubt habe, damit die Sache etwas stabiler wird. Die Abmessungen sind schließlich Länge 104 cm, Breite 104 cm und Höhe 5 cm geworden. Also ganz schön groß - es soll ja eine ganze Seeschlacht darauf Platz finden.
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krugi3
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Re: Mylae 260 v. Chr.

Beitrag von krugi3 » Fr 12. Jul 2019, 14:29

Nachdem die Dioramenbasis fertiggestellt war, ging es um die "Geländegestaltung". Sind ja eigentlich nur Wellen, aber …

Vor Jahren war ich im Urlaub auf Sizilien und machte einen Schiffsausflug zu den liparischen Inseln (absolut empfehlenswert!). Zu dieser Zeit wußte ich nicht, dass ich mich gerade auf dem Schlachtfeld befinde, dass ich jetzt darstellen möchte. Ich habe mich schon damals über den doch heftigen Seegang gewundert - also wer dieses Gefecht auf einer flachen Platte mit leicht gekräuselten Wellen darstellen will, dem würde ich abraten.

Also mußte mit reichlich Gips eine grobe Wellenstruktur erstellt werden. Nachdem ich mir über die Aufstellung der Schiffe im klaren war, wurden dann die Aussparungen für die drei Schiffe vorgenommen (eigentlich habe ich nur einen Rumpf in den nassen Gips gedrückt und etwas Gips um die Kiellinie aufgebracht). Abschließend die Wellenstruktur noch mit viel Sandpapier überarbeitet.

Historische Anmerkung:
Die Galeeren waren nicht wirklich hochseetauglich. Alles über einer Wellenhöhe von 1 m bringt das Schiff zum Sinken (durch die Öffnungen für die Ruder würde Wasser eintreten) bzw. der Kiel würde brechen (Teile des Schiffs würden in der Luft hängen und das verträgt das Schiff gar nicht). Also reine Schönwetterschiffe, die auch hauptsächlich in Küstennähe operierten und täglich (wenn möglich!) aus dem Wasser gezogen werden mussten, damit sich das Holz nicht mit Wasser vollsaugen konnte. Einschränkungen über Einschränkungen, eine komplett andere Welt der Seekriegsführung als wir sie heute kennen.

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Wolfgang
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Re: Mylae 260 v. Chr.

Beitrag von Wolfgang » Sa 13. Jul 2019, 09:11

Sehr schöne Arbeit bisher! Solche Arbeitsplätze sind mir sehr vertraut :mrgreen:

Ich hätte vielleicht nur keine Spanplatte genommen, weil zu schwer. Aber die Dioramengröße ist ja noch händelbar. Das wird bestimmt ein klasse Diorama werden, da bin ich überzeugt.
Der historische Hintergrund ist sehr interessant, besonders für mich als Laie bei Antike-Themen.
Liebe Grüße, Wolle

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Frankzett
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Re: Mylae 260 v. Chr.

Beitrag von Frankzett » Mo 15. Jul 2019, 10:54

...nochmals zu den "offenen Decks"; Bei Kataphrakt-Schiffenlagen waren die verletzlichen Luftöffnungen im Gefecht meist mit Grätings, abgedeckt. Das könnte man bei diesen Schiffen z.T. noch nachholen z.B. einen Grätingstreifen als Abdeckung des Mittelgangs auf das Deck aufkleben.
Diese verschränkten Wabenartigen Grätings kann man auch selbst aus Plastikwellpappe/Hohlzellenplatten herstellen
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Viele Grüße
Frank

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Re: Mylae 260 v. Chr.

Beitrag von krugi3 » Mo 15. Jul 2019, 11:34

Hallo Frankzett!

Die Abdeckung der Zugänge zum Unterdeck ist natürlich völlig korrekt. Habe ich bislang noch nicht gemacht - wollte ich mir eigentlich sparen (deswegen auch das Innenleben des Ruderraums). Das mit den Grätings ist mir allerdings neu, ich habe immer von Stoffplanen (wahrscheinlich Segeltuch) oder ähnlichem (z.B. Leder oder sogar Fell) gelesen, die um die Abgänge festgezurrt wurden. Auf jeden Fall muss diese Abdeckung schnell zu entfernen gewesen sein, falls man die Ruderer notfalls als zusätzliche Kämpfer benötigte - was vorgekommen sein soll, es waren ja auch keine Sklaven.

Da stellen sich natürlich ein paar Fragen:
Waren diese Grätings aus Holz?
Wenn ja, fix moniert mit Scharnieren zum Umklappen oder einfach zum Drauflegen auf die Öffnung? Versperrbar - vom Deck oder vom Ruderraum? Mittels Schloss oder einfach mit Seilen zugezogen?
Wenn nein, woraus dann (evtl. eine Art Netz aus Seilen)?

Wie man sieht, braucht man für einfache Sachen oft einen Rattenschwanz an Zusatzinformationen, wenn man sie korrekt darstellen will.

LG
Thomas

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Re: Mylae 260 v. Chr.

Beitrag von Frankzett » Mo 15. Jul 2019, 14:21

Wenn es Kataphrakt-Schiffe waren müssen die Grätings aus Holz gewesen sein. Beschusssicher oder zumindest nicht einsehbar, jedenfalls kluftdurchlässig für die Ruderer und die Infanterie. Was die Abdeckung des mittleren Laufgangs angeht, die muss wohl abbaubar gewesen sein, um den umgelegten Mast im Schiff unterbringen zu können. Ein durchgehend geschlossenes Deck von Backbord nach Steuerbord ist sehr unwahrscheinlich, daher einfach die Grätings aufkleben...

Viele Grüße
Frank
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Re: Mylae 260 v. Chr.

Beitrag von krugi3 » Sa 27. Jul 2019, 09:45

Weiter geht es mit dem 2. römischen Schiff. Da es dem Ersten sehr ähnlich ist, hier nur die Kurzform.

Das Schiff hat gerade ein Anderes frontal gerammt, daher dürfen einige Kampfspuren am Bug natürlich nicht fehlen.

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Re: Mylae 260 v. Chr.

Beitrag von krugi3 » Sa 27. Jul 2019, 09:50

Einige Detailaufnahmen zur zusätzlichen Holzstruktur auf der Innenseite des Schiffes (Bug, Heck, Ruderraum). Alles Papier, Klebstoff und Farbe.

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Re: Mylae 260 v. Chr.

Beitrag von krugi3 » Sa 27. Jul 2019, 09:56

Auch hier gibt es wieder ein paar Ruderer und den Taktgeber (mit Flöte). Da gerade gerammt wurde, ist die Disziplin etwas verlorengegangen - daher die eher aufgeregten Posen. Figuren sind Zvezda Griechen, Römer und Ägypter.

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Re: Mylae 260 v. Chr.

Beitrag von krugi3 » Sa 27. Jul 2019, 10:10

Und noch ein paar Detailaufnahmen.

Der Rammsporn war im Bausatz leider teilweise abgebrochen und das fehlende Stück nicht auffindbar. Da allerdings der Rammsporn sowieso in einem anderen Schiff steckt, wird dieser kleine Fehler nicht zu sehen sein.

Wer sich fragt, was dieses massive Tau an Heck und Bug bedeutet - damit wird das ganze Schiff quasi zusammengehalten. Es geht wirklich um das ganze Schiff herum und wird durch Spritzwasser auf Zug gehalten (eine Verstärkung des Rumpfs gegen starke Wellenbewegungen bzw. auch die Wucht des Aufpralles beim Rammen).

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