Artillerie a Cheval um 1800

Frankzett
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Artillerie a Cheval um 1800

Beitrag von Frankzett » Sa 23. Nov 2019, 15:03

Als nächste Waffengattung für meine Marengoserie gibt es hier die Artillerie a Cheval. Ich werde in der Folge nach und nach einige Punkte der Bearbeitung dieses Themas dokumentieren, dazu wird es einiges an Fotomaterial zusammenkommen, daher werde ich das ganze Stück für Stück präsentieren.
Bei strittigen Fragen und Unklarheiten hatte ich wieder einmal die bewährte Recherchetruppe Alfred, H.K.W. und Pierre Yves in Anspruch genommen, die mich vor allzu ausschweifenden Alleingängen jenseits des Reglements bewahrten.

Artillerie a Cheval die Erste...
Bei Marengo bildete sie mit nur 18 Kanonen die nicht gerade große „Grand Batterie“, die Marmont aus den verbliebenen Reserven zusammengezogen hatte, um den österreichischen Aufmarsch zu verzögern und den Infanterieangriff von Desaix' frischer Division auf dem nördlichen Flügel einzuleiten. Die Positionen der Division Desaix wurden kürzlich von Terry Crowdy rekonstruiert.
https://www.napoleon-series.org/militar ... rigade.pdf
Demnach leitete die neu gruppierte „Grand Batterie“ mit einem verbissenen Artilleriegefecht gegen die deutlich überlegene österreichische Artillerie den Großangriff der Infanterie ein.
Die Artillerie der Konsulargarde war hingegen direkt an der Flanke der bereits kämpfende 9e Infanterie Légère aufgestellt um den Gegenangriff zu unterstützen. Gleichzeitig bildete deren Kanonade den Auftakt zum Angriff der Kavalleriebrigade von Kellermann.

Die Artillerie a Cheval bildete innerhalb der französischen Artillerietruppen eine hochspezialisierte Elitetruppe, die sich seit den Zeiten der Revolution aus erfahrenen Veteranen formierte. Neben der Ausbildung zu Kanonieren - was ohnehin schon eine Aufwertung gegenüber der Infanterie bedeutete- wurden sie noch als reitende Truppe ausgebildet, was ihren Status als Elitetruppe heraushob. Dem gegenüber standen aber auch die Risiken und Anforderungen von deren Soldaten; die Verluste der berittenen Artillerie waren in vielen Fällen ungleich höher als bei der Artillerie zu Fuß, da sie als mobile Reserve an den Brennpunkten eines Gefechts eingesetzt wurde und ihrerseits nicht selten unter Beschuß manövrieren musste.
In Schlachtengemälden, wird diese Waffengattung in den meisten Fällen in der flamboyanten Husarenuniform dargestellt; Lejeune malt sie 1802 in seinem stimmungsvollen Schlachtengemälde in genau dieser Uniform, um die Truppengattung gebührend herauszustellen. Aber andererseits scheut er sich nicht, auch die verletzten Kanoniere und Pferde dramatisch in Szene zu setzen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Lej ... arengo.jpg

Von Lejeune sind aber auch Aquarellskizzen überliefert, die ein realistisches Bild der Felduniform der berittenen Kanoniere von Marengo um 1800 darstellen
https://drouotstatic.zonesecure.org/ima ... /355_2.jpg

Es ist hier links der Artillerist der Konsulargarde mit der Zündrute, erkennbar durch die Fellmütze und Aiguilette, rechts der berittene Artillerist der Linie mit Wischer.
Letzterer sollte die Vorlage für die Figuren werden, wobei die Vorderansicht des Gardeartilleristen mit seinem Jägerrock, abgesehen von Aiguilette und Fellmütze weitgenend der Vorderansicht des rechten entspricht. Wer jedoch genau hinschaut erkennt beim rechten die Husarenschärpe unter dem Jägerrock hervorblitzen; ein Detail das ich bei den Figuren weggelassen habe.

Somit stand gewissermaßen der Rahmen der Uniform fest. Ein Mirliton mit Federstutz und Augenschirm, ein Habit a la Chasseur ohne Paspel/Stöße an Kragen und Schoßaufschlägen, die Rockschöße mit poche a la soubise, dazu eine zweireihige Weste. Dazu die Charivari bzw. pantalon boutonné cavalier mit Lederbesatz. Als Bewaffnung stellte ich den tief hängenden Husarensäbel am Koppel ohne Säbeltasche mit dragonne am einfachem Schutzbügel, sowie das Patronenbandolier für die Reiterpistolen dar.
Die Kanoniere stellte ich mit Schnurrbart und dem um 1800 noch weitgehend üblichen Haarzopf dar; und zusätzlich noch mit Zöpfchen an den Schäfen, die ich herabhängend oder nach hinten gebunden darstellte, wie es Lejeune zeigt.
Wie auch bei der Infanterie Legere hat es zwischen den Einheiten der Artillerie a Cheval bis zum Ende der Revolutionszeit deutliche Unterschiede in der Uniformierung gegeben.

...und hier die ersten Bilder der Serie...


The next branch of arms for my Marengo-Range is the horse artillery. I want to introduce this new range step for step, with some aspects of the making off. So the fist chapter is the layout of the Uniform.

At Marengo, with only 18 guns, the horse artillery made up the rather little "Grand Batterie" which Marmont collected together from the remaining reserves to fight the Austrian deployment. He initiate with his battery the infantry attack of Desaix's fresh division on the northern wing. The positions of the Division of Desaix were recently reconstructed by Terry Crowdy.
https://www.napoleon-series.org/militar ... rigade.pdf
Accordingly, this newly assembled "Grand Battery" initiated the major attack of the infantry with a dogged artillery battle against the clearly superior Austrian artillery.
The artillery of the Consular Guard, however, was set up directly on the flank of the already fighting famous 9th Light Lnfantry to support their counterattack. And specially their cannonade formed the prelude for the attack of the cavalry brigade of Kellermann.

The french horse artillery formed a highly specialized elite within the French artillery forces. It was formed up at the revolutionary wars time with artillery veterans. In addition to the training like that of the foot artillery gunners - which already meant an appreciation over the infantry - they were still trained as a riding troupe, which highlighted their status as an elite force. On the other hand, there were the risks and demands of their special skilled soldiers; in many cases the losses of the horse artillery were much higher than those of others, as it was used as a mobile reserve at the foci of a battle and often had to maneuver under enemy fire.
In battle paintings, this Branch of arms is represented in most cases in the flamboyant hussar style uniform. In 1802 Lejeune paints them in his atmospheric battle painting with this uniform in order to duly highlight the branch of service. But on the other hand, he shows dramatizing the injured gunners and horses too.
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Lej ... arengo.jpg

But we have aquarels of Lejeune, which represent a realistic image of the campaign uniforms of the horse artillery gunners of Marengo in 1800
https://drouotstatic.zonesecure.org/ima ... /355_2.jpg
 
On the left there is the horse artillery gunner of the consular guard with the linstock, recognizable by the bearskin and aiguillette, on the right the horse artillery gunner of the line with a sponge rammer. The latter makes the layout for the figures, with the front view of the guardsman, with his chasseur style coat, apart from the aiguilette and bearskin, we could have a front view of the right, but if you look closely, you will see the Hussar sash underneath the chasseurs coat; a detail that I have omitted with the figurines.
Thus, I had, the layout of the uniform. A mirliton with a feather plume and a peak, a coat in chasseur style without piping on the collar and lap cuffs, the coattails with poche a la soubise, plus a double-breasted vest. In addition to the coat a Charivari or pantalon boutonné cavalier with leather trim. As armament I fixed the low-hanging hussar style saber at the sword belt without sabretache, with dragonne on the simple hand guard. And further the shoulderbelt & pouch for the rider pistols.
The gunners have mustaches and around 1800 still widely used pigtail and in addition, with braids hanging from the temples or tied back, as Lejeune shows.
Analogue to the appearance to the french light infantry in this time, we can assume, that there was a certain difference in uniformity between the units of the artillery a Cheval until the end of the revolutionary period.

...have a look an feel free to comment...

Viele Grüße
Frank
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Wolfgang
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Re: Artillerie a Cheval um 1800

Beitrag von Wolfgang » Sa 23. Nov 2019, 16:35

Was für tolle ausdrucksstarke Figuren!
Liebe Grüße, Wolle

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dirk
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Re: Artillerie a Cheval um 1800

Beitrag von dirk » So 24. Nov 2019, 16:39

Wieder sehr stimmige und schön modellierte Figurensets !

Frankzett
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Re: Artillerie a Cheval um 1800

Beitrag von Frankzett » Mo 25. Nov 2019, 16:27

...das sind die Figuren die ich aus verschiedenen Sets zu ein paar Fotos zusammengestellt habe. Ich bin eben beim Fotografieren der ganzen Serie, es werden mehrere Sets werden.

Viele Grüße
Frank

Frankzett
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Re: Artillerie a Cheval um 1800

Beitrag von Frankzett » Di 26. Nov 2019, 16:12

Artillerie a Cheval die zweite...
Die Modellierung der Uniformen
Ich arbeitete nach der üblichen Abfolge:
1. Beinpaare
2. Gesicht, separat modelliert, wird an das Drahtskelett geklebt
3. Oberkörper ,Rock & Weste, Hände; Anbringen des Säbels
4. Bandolier
5. Frisur und Mirliton
6. Raquettes am Mirliton, Details am Säbel, restliche Ausrüstungen, Verschattungen
7. Federstutz, separat modelliert und in den Mirliton eingestiftet

Charivari / pantalon boutonné cavalier
Die Charivari stellten zunächst eine technische Herausforderung dar. Das Charakteristikum der Knopfleisten wollte ich unbedingt als Bemalhilfe definieren. Normalerweise steche ich die Knöpfe als Umrisse mit einer Kanüle in die Modelliermasse, das Ergebnis war für mich in diesem Falle nicht befriedigend.
Art-a-Cheval_01.jpg
Art-a-Cheval_01.jpg (256.73 KiB) 577 mal betrachtet
Aber die Vorstellung mit winzig kleinen Modelliermasseklümpchen zu hantieren, die zudem alle gleichmäßig groß sein mussten, war überaus unerfreulich. Ich entschloß mich daher zu einer anderen Methode. Die Knöpfe schnitt ich als kleine Scheibchen von einem ausgeglühten 0,4mm Kupferdraht ab klebte mit Sekundenkleber an und drückte sie in die weiche Modelliermasse. So konnte ich noch die Überstände der Knöpfe sehr gleichmäßig gestalten; was dennoch zu weit herausstand, konnte abgeschliffen werden.
Art-a-Cheval_05.jpg
Art-a-Cheval_05.jpg (1.28 MiB) 577 mal betrachtet

Der Mirliton
Die Gestaltung des Mirlitons warf Fragen auf mit denen ich zunächst nicht gerechnet hatte. Zum einen die Gestaltung und die Richtung der aufgerollten flamme, und dann die Positionen des Federstutzes, der Kokarde und des Gehänges. Ich orientierte mich weitgehend an Lejeune, der nur das linke Profil des Kanoniers zeigt, d.h. Ich musste mir alle anderen Ansichten mithilfe zusammengesuchten Bildmaterials zusammenreimen. Erst da merkte ich wie vielfältig die Moden und Variationen von Mirlitons gewesen sein müssen.
Der Augenschirm wie ihn Lejeune am Mirliton zeigt ist ein seltenes Detail, das ich jedoch darstellen wollte. Funken zeichnet auf seinen Tafeln der Husaren von 1796-1803 einen anknöpfbaren Augenschirm; https://i.pinimg.com/originals/d6/c7/ff ... 57b9d8.jpg
Courcelle stellt für 1800 den Augenschirm am Mirliton der Chasseurs a Cheval eher undefiniert als drapierte Flamme dar.
Mirliton_Courcelle_CaC.jpg
Mirliton_Courcelle_CaC.jpg (307.95 KiB) 577 mal betrachtet
Bei seiner Darstellung der Artillerie a Cheval ist der Augenschirm auch nicht klar definiert, und er ist in der Farbe der flamme...
http://3.bp.blogspot.com/-5uILh0rMys0/T ... E60_12.jpg

Es gibt aber auch Abbildungen mit deutlich definiertem Augenschirm am Mirliton z.B. die des Capitaine Amádée Le Noury der 19eme Casseurs a Cheval um 1800.
https://revolutionsehri.wordpress.com/1 ... -a-cheval/

Möglicherweise verfuhr man um 1800/1801 mit dem Mirliton ähnlich wie mit den casques de dragons (bei der Artillerie a Cheval bis 1798/99 üblich, und von J.B. Seele dargestellt) die im Laufe der 1790er Jahre nach und nach mit Augenschirmen versehen wurden. Wohl eine Angleichung an die ersten Tschakomodelle mit Augenschirmen die auch um 1800 aufkommen.
Den Augenschirm definierte ich daher als solchen, und die flamme wickelte ich in der gleichen Richtung wie bei Lejeune mit einem definierten Stoß an den Rändern als Bemalhilfe. Den Federstutz und die Kokarde links, dann cordon ebenfalls nach Lejeune von der linken Schläfe nach rechts oben, und ebendort auch die raquettes. Die Federstutze sieht man selten gerade, sie sind meist etwas gebogen, ein Detail, das sehr zur Lebendigkeit der Figuren beiträgt.
Art-a-Cheval_Federstutz.jpg
Art-a-Cheval_Federstutz.jpg (109.79 KiB) 577 mal betrachtet
Der Säbel
Als Säbel diente mir ein ausgeglühter plattgedrückter Messing- oder Kupferdraht. Für den Handbügel schnitt ich ein Ende des plattgedrückten Drahtes der Länge nach ein und bog die eine Seite zum Bügel.
Art-a-Cheval_Saebel.jpg
Art-a-Cheval_Saebel.jpg (40.29 KiB) 577 mal betrachtet
Art-a-Cheval_Saebelmodell.jpg
Art-a-Cheval_Saebelmodell.jpg (572.94 KiB) 577 mal betrachtet
Die Trageweise als tief hängenden Säbel war ein weiterer strittiger Punkt. Alle Gemälde und sogar Lejeunes Aquarellskizzen zeigen den Säbel an langen Riemen. Im Falle von Lejeunes Aquarellskizzen ist das umso bemerkenswerter, da bei dieser exakt detailierten Darstellung der Haken am Koppel fehlt, um den Säbel am ersten Ring an das Koppel hoch zu hängen. Bei ein paar Figuren stellte ich dennoch den hochgehakten Säbel dar, bei den meisten hängt er jedoch tief herab.
In der Anne S.K. Brown Military Collection sind Stiche von Theodor Goetz „nach Mareschall“ zu finden, die alle den hochgehakten Säbel zeigen; der Drill ist wie beim Gribeauval-System, jedoch mit den Uniformen der Restaurationszeit der 1820er Jahre.
Dieser Hinweis bildet einen geeigneten Übergang zu den Artilleriedrills im nächsten Kapitel. Die oben genannten Drills finden sich als hochaufgelöste Scans hier
https://repository.library.brown.edu/st ... 0&page=499
( etwas nach unten scrollen)
Es ist dank der guten Auflösung noch der handgeschriebene Kommentar auf deutsch lesbar.

The modeling of the uniforms
I worked according to the usual sequence:
1. pairs of legs
2. the Face, modeled separately, is glued to the wire skeleton
3. body, coat & vest, hands; attaching the saber
4. Bandolier
5. Hairstyle and Mirliton
6. Raquettes on the Mirliton, details on the saber, remaining equipment,
7. Plume, modeled separately and fixing it to the Mirliton with a pin connection

Charivari / pantalon boutonné cavalier
The Charivari were special technical challenge fom me. I wanted to define the buttons for the better painting. Normally I pierce the buttons as outlines with a cannula in the putty, the result was not satisfactory for me in this case.
Art-a-Cheval_01.jpg
Art-a-Cheval_01.jpg (256.73 KiB) 577 mal betrachtet
But the idea of ​​dealing with tiny modeling clay globules, all of which had to be equally large, was extremely unpleasant. I decided therefore to another method. The buttons I cut off as a small slices of an annealed 0.4mm copper wire glued with superglue and pressed them into the soft modeling clay. So I could still make the supernatants of the buttons very evenly; what nevertheless stood out too far, could be ground off.
Art-a-Cheval_05.jpg
Art-a-Cheval_05.jpg (1.28 MiB) 577 mal betrachtet
The Mirliton
The design of the Mirliton raised several questions that I did not expect at first. First, the design and direction of the rolled-up flamme, and then the positions of the plume, the cockade and the cords. I mainly followed Lejeune, who shows the left profile of the gunner. But I had to assemble all the other views with the help of collected images. Then did I realize how diverse the fashions and variations of Mirlitons were through the revolutionaty time
The peak as Lejeune shows with the Mirliton is a rare detail that I wanted to depict. Funcken draws on his plates of the Hussars from 1796-1803 a buttonable visor; https://i.pinimg.com/originals/d6/c7/ff ... 57b9d8.jpg
Courcelle represents for 1800 the peak with the Mirliton of the Chasseurs a Cheval rather undefined as a pleated flamme.
Mirliton_Courcelle_CaC.jpg
Mirliton_Courcelle_CaC.jpg (307.95 KiB) 577 mal betrachtet
In his depiction of the artillery a Cheval, the peak is also not clearly defined too, and he is in the color of the flame ...
http://3.bp.blogspot.com/-5uILh0rMys0/T ... E60_12.jpg

 However, there are also pictures with a clearly defined peak with the Mirliton, e.g. the Capitaine Amádée Le Noury ​​of the 19eme Casseurs a Cheval around 1800.
https://revolutionsehri.wordpress.com/1 ... -a-cheval/

I assume that the Mirliton was aligned around 1800/1801, when the first models of peaked shakos were introduced. We see nearly the same with the casques de dragons (common to the artillery a Cheval until 1798/99, and represented by J.B. Seele), which were gradually provided with peaks during the 1790s.
I therefore modelled the peak as defined detail, and I wrapped the flame in the same direction Lejeune shows, with a defined piping on the edges for painting. The plume and the cockade I positioned left, then the cordon from the left temple to the top right, and there also the raquettes. The plume is rarely seen straight, they are usually slightly bent, a detail that contributes greatly to the vibrancy of the figures.
I always sculp a series of plumes on a straight wire, then I bend the plumes with a slight curve.
Art-a-Cheval_Federstutz.jpg
Art-a-Cheval_Federstutz.jpg (109.79 KiB) 577 mal betrachtet

The saber
The saber is a flattened brass or copper wire which i heated until glowing before flattening. For the hand guard, I cut one end of the flattened wire lengthwise and bent one side to the hand guard.
Art-a-Cheval_Saebel.jpg
Art-a-Cheval_Saebel.jpg (40.29 KiB) 577 mal betrachtet
Art-a-Cheval_Saebelmodell.jpg
Art-a-Cheval_Saebelmodell.jpg (572.94 KiB) 577 mal betrachtet
It was a question how to fix the saber; Could it really be that it was worn hanging down fixed with long straps . All paintings and even Lejeune's watercolor sketches show the saber on long straps. In the case of Lejeune's watercolor sketches, and this is remarkable, although the detailed painting there is really no hook to hang the saber with the first ring at the sword belt. Though with a few figures, I still modelled the hooked up saber, with most figures, however, it hangs low.
In the Anne S.K. Brown Military Collection are plates by Theodor Goetz "after Mareschall", all of them show the hooked up saber; The drill is like the Gribeauval system, but with the uniforms of the Restoration Period of the 1820s.
This note is an appropriate transition to artillery limbs in the next chapter. The above drills can be found here as high resolution scans
 https://repository.library.brown.edu/st ... 0&page=499
(scroll down a bit)

Viele Grüße
Frank

Wolfgang
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Re: Artillerie a Cheval um 1800

Beitrag von Wolfgang » Di 26. Nov 2019, 18:52

Das ist Kunsthandwerk in Perfektion!!!!
Liebe Grüße, Wolle

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stenfalk
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Re: Artillerie a Cheval um 1800

Beitrag von stenfalk » Di 26. Nov 2019, 19:33

Und Kreativität in Fülle...
Beste Grüße,

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Egbert
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Re: Artillerie a Cheval um 1800

Beitrag von Egbert » Di 26. Nov 2019, 19:44

Wahnsinn was für ein hochwertige und fantastische Arbeit.
Meinen aller größten Respekt für die Leistung.
Besonders interessant finde ich Deine Arbeitsweise.
Vielen Dank das Du uns daran teilhaben lässt und alle Schritte im Einzeln erklärst.
Vieles bzw. das Meiste war mir so überhaupt nicht geläufig. :oops:
LG Egbert
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Frankzett
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Re: Artillerie a Cheval um 1800

Beitrag von Frankzett » Do 28. Nov 2019, 08:23

Der Rechercheaufwand ist für mich natürlich enorm, da ich keine jahrelange Erfahrung mit der Militärgeschichte dieser Zeitstellung habe - aber ganz ganz langsam bekomme auch ich ein Stil- bzw. kunstgeschichtliches Gespür für die Zeit um 1800.
Nichts ist ärgerlicher als die Unklarheit mit Details wenn man die weiche Modelliermasse an der Figur hat. Daher gilt auch ein besonderer Dank an die Experten im Hintergrund, die ich mit allen möglichen Anfragen zu Uniform - und Reglementdetails überschütte, und mit denen ich über modellierte und geplante Details diskutieren kann.

Viele Grüße
Frank

Frankzett
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Re: Artillerie a Cheval um 1800

Beitrag von Frankzett » Sa 30. Nov 2019, 11:50

Und Artillerie a Cheval zum dritten.....

https://repository.library.brown.edu/st ... 0&page=499
( etwas nach unten scrollen)

Es waren sehr hilfreiche Abbildungen um das bei Figuren oft kritisierte Artillerieballet zu vermeiden. Zugegeben, auch ich habe gewisse Kompromisse gemacht, um meine Sets zusammenzustellen. Es sind drei 6er-Sets die jeweils eine Bedienung für eine Kanone bilden; hinzu kommen 3er-Sets mit weiteren Drills, mit denen die 6er-Sets erweitert bzw. verändert werden können. Innerhalb dieser Sets habe ich natürlich auch Figuren die in Interaktion zueinander stehen bzw. in ihrer freien Bewegung eingefrohren wurden. Ein laufender Kanonier mit seiner Tasche für die Kartuschen oder ein Handzeichen gebender Kanonier entsprechen nicht dem strengen Drill, ebenso plane ich Verletzte, die nicht mehr stehen können.
Und der am coffret abgekniete Kanonier sollte eigentlich auf der Protze stehen, leider kam mir diese Information zu spät zu. Dafür habe ich für eine korrekte Situationsdarstellung ein Figurenpaar modelliert das die Übergabe einer Kartusche nach Vorschrift darstellt.
Zu den Figurensets kommen noch einige Gerätschaften hinzu, wie Wischer, Richtscheite und Eimer.

Pro Kanone habe ich Sechserteams zusammengestellt. Einige Kanoniere haben dabei Doppelfunktionen, da dies bei einer knappen Mannschaft im Einsatz durchaus anzunehmen ist.

III. Artillery Drills

https://repository.library.brown.edu/st ... 0&page=499

These were very helpful illustrations to avoid the silly “artillery ballet” often criticized with figure sets. But, to be honest, I made some compromises to create these sets. There are three sets of six which each form a drill for a gun; in addition there are sets of 3 with further drills, with which the sets of 6 can be extended with changing some figures. Within these sets, of course, I also have characters that interact with each other; or poses, frozen in their free movement. There is a gunner with his bag for the cartridges running, or a gunner signaling with his hand, and I plan some wounded gunners too. Of course this does not comply with the strict drill.
Another example is the gunner kneeling down at the coffret, I must confess, he should actually standing at the limber, where the coffret were used to stand on. Unfortunately this information came a little too late. So I have modeled for a correct situation representation a pair of powderhandlers, handing over a cartridge according to regulations.

With each set there will be added some tools like spikes, sponge-rammers and buckets too.

Viele Grüße
Frank
Dateianhänge
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